Montag, 20. Dezember 2021

Spahn: Genesen, geimpft, gestorben

 „Wahrscheinlich wird am Ende dieses Winters so ziemlich jeder in Deutschland – es wurde schon etwas zynisch so genannt: – geimpft, genesen oder gestorben sein.  Aber es ist tatsächlich ja so. Mit der sehr ansteckenden Delta-Variante ist das sehr, sehr wahrscheinlich. Und deswegen empfehlen wir so dringlich die Impfung.“

Zitat von Gesundheitsminister Jens Spahn am 22. November 2021 in einer Pressekonferenz.

Samstag, 8. Mai 2021

Follow the science? Leben oder sterben mit Covid-19

 



"Wir sollten uns daher darauf einstellen, dass wir mit dem Virus leben müssen, dass SARS-CoV-2 Teil unseres Alltags wird. Wir dürfen es deshalb nicht als permanente Todesbedrohung betrachten, aber auch nicht unterschätzen.

Wir werden in naher Zukunft das Virus nicht vernichten können und auch weiter Infektionen haben – wir leben nun mal nicht auf einer Insel. Mit dieser Gewissheit müssen wir überlegen, wie wir die nächsten Jahre mit der Pandemie umgehen. Und vor diesem Hintergrund brauchen wir mehr Pragmatismus."

Zitat aus einem Interview mit Hendrick Streeck am 29. Juni 2020, Tagespiegel



Mittwoch, 5. August 2020

Dieter Nuhr und die Wissenschaft

„Wissen bedeutet nicht, dass man sich zu 100 Prozent sicher ist, sondern dass man über genügend Fakten verfügt, um eine begründete Meinung zu haben. Weil viele Menschen beleidigt sind, wenn Wissenschaftler ihre Meinung ändern: nein, nein, das ist normal. Wissenschaft ist gerade, dass sich die Meinung ändert, wenn sich die Faktenlage ändert. Wissenschaft ist nämlich keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet. Und wer ständig ruft 'Folgt der Wissenschaft', hat das offensichtlich nicht begriffen. Wissenschaft weiß nicht alles, ist aber die einzige vernünftige Wissensbasis die wir haben. Deshalb is‘ sie so wichtig.“

Quelle: Audiobeitrag von Kabarettist Dieter Nuhr im Rahmen einer Kampagne der Deutschen Forschungsgemeinschaft ("DFG2020 - Für das Wissen entscheiden"), veröffenlicht auf der Kampagnenwebsite am 21. Juli 2020, via Twitter verbreitet am 30. Juli 2020.

Weil Nuhrs Beitrag nach der Verbreitung über Twitter teilweise heftig kritisiert wird, nimmt ihn die DFG am 31. Juli 2020 von der Kampagnenwebsite (auf Twitter befindet er sich noch). Und veröffentlicht dazu eine "Erklärung zur Debatte um Beitrag von Dieter Nuhr". Ein Auszug daraus:

"...Im Folgenden hat sich dien DFG intensiver mit dem Statement von Dieter Nuhr befasst und weitere Hintergrundrecherchen durchgeführt. Dabei wurde deutlich, dass Herr Nuhr die Sätze: 'Wissenschaft ist nämlich keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet. Und wer ständig ruft 'Folgt der Wissenschaft!' hat das offensichtlich nicht begriffen.' in ähnlicher Form bereits in der stark polarisierten Debatte zum Klimawandel und der Aktivistin Greta Thunberg geäußert hat.

In dieser spezifischen Debatte Stellung zu beziehen, ist jedoch nicht Ziel der Kampagne #DFG2020. Die DFG bietet Herrn Nuhr aber sehr gerne eine im Lichte der aktuellen Debatte kommentierte Wieder-Online-Stellung seines Statements an, nicht zuletzt auch, um die Diskussion offenzuhalten. Die DFG will diesen Fall zum Anlass nehmen, eine Auseinandersetzung über die aktuelle Debattenkultur anzustoßen und sich dabei auch selbstkritisch mit dem eigenen Handeln zu befassen."

Freitag, 15. Mai 2020

Boris Palmer zum Corona-Shutdown

"Sat1-Reporter: Diese Diskussion ist ja deswegen vor allem so unglaublich gefährlich, weil man wirtschaftliche Kraft nicht mit Menschenleben aufwiegen darf. Und trotzdem müssen wir über die Zukunft sprechen, weil viele Menschen schlichtweg Angst haben, dass es danach wirtschaftlich nicht mehr weitergeht. Wir müssen unser Leben finanzieren. Halten Sie den Shutdown, in der Qualität, wie wir sie jetzt ha-ben oder ihn jetzt haben, für eine Fehlentscheidung?

Boris Palmer: Der war richtig vor fünf Wochen, als wir ihn gemacht haben, weil die Fallzahlen so schnell angestiegen sind, dass es völlig außer Kontrolle geriet. Aber ich sehe den Shutdown wie ein Medika-ment für eine Krankheit. Wir bekämpfen ja eine Krankheit und weil wir nichts haben, was wir in der Klinik einsetzen können, haben wir den Shutdown, der einfach als Distanzierung dafür sorgt, dass die Krankheit sich nicht weiter ausbreitet. Und jedes Medikament hat Nebenwirkungen. So ist es auch mit dem Shutdown. Die Nebenwirkungen werden jetzt immer stärker und in dem Moment, wo die Nebenwirkungen den Nutzen übertreffen, muss man das Medikament absetzen oder schwächer do-sieren. Ich bin der Meinung, wir müssen es jetzt schwächer dosieren.

Sat1-Reporter: Also jetzt anpassen. Jetzt gibt es diesen Satz, der im Raume steht, vom Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Er sagt „Nicht alles ist dem Schutz von Leben unterzuordnen“. Wie deuten Sie diese Aussage?

Boris Palmer: Ähm. Ich glaube, dass es ihm darum geht, dass wir tatsächlich alle irgendwann sterben und auch das Grundgesetz das nicht verhindern kann. Und wenn Sie die Todeszahlen anschauen durch Corona, dann ist es bei vielen so, dass eben Menschen über 80 insbesondere sterben. Und wir wis-sen, über 80 sterben die meisten irgendwann. Also ist Corona jetzt nicht wie Ebola eine Krankheit, die 20-jährige mitten aus dem Leben reißt, sondern tödlich ist sie für hochaltrige Menschen. Fast ausschließlich. Und insoweit müssen wir abwägen. Ich sag´s Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in ´nem halben Jahr sowieso tot wären – aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen. Aber die weltweiten Zerstörungen der Weltwirtschaft sorgen nach Einschätzung der UNO dafür, dass der daraus entstehende Armutsschock dieses Jahr eine Millionen Kinder zusätzlich das Leben kostet. Und da sieht man, es ist ein Medikament mit Nebenwirkungen. Wir müssen es richtig dosieren."

Quelle: Auszug aus einem TV-Interview mit Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, Sat1-Frühstücksfernsehen vom 28. April 2020 (5 Uhr 30).

Wortlaut des gesamten Interviews hier.

Video zur Sendung auf Sat1.

Mittwoch, 18. März 2020

Corona und der Verzicht auf soziale Kontakte

"Das ist ein erheblicher Stresstest [die Corona-bedingte Reduktion der Gesellschaft auf die eigene Familie; Ergänzung von zitaate-Blogbetreiber], der dem ökonomischen und politisch-organisatorischen Stresstest in Corona-Zeiten in nichts nachsteht. Man wird es nach der Krise an glücklichen Geschichten wechselseitiger Unterstützung und Solidarität unter Familien ablesen können, vielleicht sogar an einer höheren Geburtenzahl, aber garantiert auch an gestiegenen Scheidungs- und vor allem Gewaltraten, v.a. gegenüber Frauen und Kindern. Das dusslige Gerede, dass die Krise auch die Chance bietet, dass der Mensch nun endlich zu sich selbst kommen könne, ist bloß eine pfäffische Attitüde."

Quelle: Armin Nassehi, Soziologe und Herausgeber der Zeitschrift Kursbuch im Montagsblock /103 auf kursbuch.online (16. März 2020).

Donnerstag, 7. März 2019

Ein Kind ist das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann.


"KURIER: In Ihrem Buch wollen Sie eine Lanze für ein Leben ohne Kinder brechen. Warum?

Verena Brunschweiger: Ich bin 38 und werde seit meinem 30 Lebensjahr immer wieder gefragt, wann ich Kinder möchte. Das nervt mich und ich finde die Frage auch übergriffig, vor allem, wenn sie von Fremden kommt.

Neben der persönlichen Motivation gibt es eine ökologische Komponente. Ein Kind ist das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann. Jedes nicht in die Welt gesetzte Kind bedeutet eine CO2-Einsparung von rund 50 Tonnen im Jahr."


Donnerstag, 28. Februar 2019

He is a racist. He is a con man. And he is a cheat.


"I am here under oath to correct the record, to answer the Committee’s questions truthfully, and to offer the American people what I know about President Trump.

I recognize that some of you may doubt and attack me on my credibility. It is for this reason that I have incorporated into this opening statement documents that are irrefutable, and demonstrate that the information you will hear is accurate and truthful.

Never in a million years did I imagine, when I accepted a job in 2007 to work for Donald Trump, that he would one day run for the presidency, to launch a campaign on a platform of hate and intolerance, and actively win. I regret the day I said “yes” to Mr. Trump. I regret all the help and support I gave him along the way.

I am ashamed of my own failings and publicly accepted responsibility for them by pleading guilty in the Southern District of New York.

I am ashamed of my weakness and my misplaced loyalty – of the things I did for Mr. Trump in an effort to protect and promote him.

I am ashamed that I chose to take part in concealing Mr. Trump’s illicit acts rather than listening to my own conscience.

I am ashamed because I know what Mr. Trump is. He is a racist. He is a con man. And he is a cheat.

He was a presidential candidate who knew that Roger Stone was talking with Julian Assange about a WikiLeaks drop of Democratic National Committee emails."

Quelle: Michael Cohen, US-amerikanische Rechtsanwalt, Ex-Rechtsberater von Präsident Donald Trump, in einer Anhörung im Kongress am 27. Februar 2019. Cohens Statement im Wortlaut bei Politico und beim Time Magazine. TV-Aufnahme seiner Aussage bei Guardian News.